Das neue zenFORUM

Dies ist die Webseite der gleichnamigen eMail-Liste. Die zenforum Mail-Liste wurde Ende 1996 ins Leben gerufen, um einen Austausch von Zen-Übenden in allen Fragen der Praxis untereinander zu ermöglichen, sich also zu treffen, Fragen zu stellen, zu beantworten, Standpunkte zu diskutieren usw. Sie ist offen für unterschiedliche Zen-Richtungen und Traditionen, ohne sich einer bestimmten Schule verpflichtet zu fühlen.

Ein statischer Abzug der von 1999 bis 2011 geführten Webseite des zenFORUM.de befindet sich hinter diesem Link. Jedoch werden die Seiten dort weder weiter gepflegt noch aktiv erweitert und sollen dem Interessierten lediglich als Archiv der damals veröffentlichten Beiträge dienen.

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soseki-tor-coverAus Anlass des hundertsten Todes- und hundertfünfzigsten Geburtstages von Natsume Sôseki (09.02.1867–09.12.1916) haben wir einige Kapitel seines Romans Mon (, 1910) ins Deutsche übertragen. Sie handeln vom Aufenthalt eines Mannes in einem Zentempel. Dieser Sôsuke in seiner grüblerischen Lebenskrise trägt ganz offensichtlich autobiografische Züge seines Erfinders. Natsume Sôseki, der in Deutschland durch Ich der Kater, Der Tor von Tokio, Kokoro, Sanchirôs Wege und Hinter der Glastür beliebt wurde, verbrachte im Jahr 1894 einige Zeit im Engakuji und praktizierte dort die Zenmeditation unter dem Meister Sôen Shaku (1860–1919), der u. a. auch den im Westen als Zenexperten bekannt gewordenen D. T. Suzuki unterwies.

Das Haupttor eines Zentempels wird sanmon (三門 oder 山門) oder sangedatsumon genannt. Letzteres steht für das „Tor der drei Befreiungen“ (三解脱門): Erleuchtung, Formlosigkeit und Nicht-Eingreifen. Der gesamte Roman wurde von Francis Mathy (London 1972) und William F. Sibley (New York 2012) unter dem Titel The Gate ins Englische übersetzt.

Im zweiten Teil des Büchleins stellen wir Gedichte Natsumes vor, insbesondere solche mit (zen-)buddhistischen Bezügen. Sie sind bereits in der Reihe „Zen-Gedichte“ separat als Kindle E-Book erschienen.

Natsume Sôseki: Das Tor & Haiku. Angkor Verlag. 64 Seiten. 4,90 €. ISBN: 978-3-936018-89-9.

https://www.amazon.de/Das-Tor-Haiku-hundertsten-Todestag/dp/3936018898/angkorverlag-21/ [… und anderswo im Buchhandel]

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Neue Koan-Sammlung im Angkor Verlag

koan-sammlung-cover

Dieser Sammelband enthält drei wichtige Koan-Sammlungen.

Das Shûmon kattôshû (宗門葛藤集) wurde zum ersten Mal 1689 – und vollständig 1858 – in Japan publiziert und ist Teil der Koan-Schulung des Takujû-Zweiges der Rinzai-Schule. Sein Herausgeber ist unbekannt. Es enthält 282 Koan (einschließlich der Variationen einzelner Koan), die zum Teil aus den verbreiteten – und bereits ins Deutsche übersetzten – Sammlungen Wumenguan (Mumonkan), Bi Yan Lu (Hekiganroku) und Conrong Lu (Shôyôroku) stammen. Alle nicht in diesen Sammlungen verzeichneten Koan sind nun hier erstmals auf Deutsch vereint.

Das Tetteki tôsui (鐵笛倒吹), eigentlich „Die Flöte auf dem Kopf stehend blasen“, wurde hierzulande in den 60er- und 70er-Jahren schon einmal als „Eiserne Flöte“ mit Kommentaren von Nyôgen Senzaki* aufgelegt. Wir bieten eine neue Übersetzung dieser 1783 zusammengestellten Koan-Sammlung von Genrô Ôryû (1720–1813), einem Meister der Sôtô-Schule, ausschließlich mit Teilen seiner Anmerkungen und Verse sowie denen seines Schülers Fûgai Honkô (1779–1847), die oft als jakugo (Schlüsselwörter) benutzt werden, aber unserer Ansicht nach gegenüber Genrôs Worten schwächeln. In den Fällen, zu denen bisher keine Kommentare auf Deutsch vorlagen, haben wir erstmals die Anmerkungen von Gidô ergänzt.

Im Jahre 1545 wurde eine Koan-Sammlung mit dem Titel Shônan kattôroku zusammengestellt. Diese Zen-Geschichten stammen aus Kamakura, tragen sich häufig im Kenchôji zu und reichen bis zu dessen Gründung im Jahre 1253 zurück. Bevor im Jahr 1924 ein Erdbeben fast alle Schriften im Kenchôji zerstörte, konnte der Zen-Adept und Gelehrte Imai Fukuzan, ein Schüler Shunpô Rôshis aus dem Daitokuji, sie für sein Werk Zengo jii zusammentragen. Diese Koan wurden vor allem bei der Schulung von Samurai benutzt.

496 Seiten. Gebundene Ausgabe. ISBN: 9783936018264. 39,90 €.

https://www.amazon.de/Koan-Sammlung-kattôshû-Verwickelte-Tetteki-kattôroku/dp/393601826X/  [und anderswo im Buchhandel …]

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Zazen-Wochenende: 02. – 04. Dezember 2016

unter der Leitung von Rev. Sensho Kishida, Rinzai-Tradition

für Anfänger und Fortgeschrittene

Freitag, 02. Dezember: 18:00 – 20:00 Uhr,
Samstag, 03. Dezember: 9:00 – 20:00 Uhr und
Sonntag, 04. Dezember: 9:00 – 18:00 Uhr

Am Samstag und Sonntag vegetarisches Mittagsmahl im Stil des Zen-Tempels
Ein detaillierter Plan erscheint am Freitag.

Das Zazen-Wochenende findet halbjährlich statt.
Eine Anmeldung ist erforderlich – Gebühr:  80,- €

EKÔ-Haus der Japanischen Kultur e.V.
40547 Düsseldorf
Brüggener Weg 6
Tel.: (0211) 577918–0
Fax: (0211) 577918–219
Internet: http://www.eko-haus.de
E-Mail: pool@eko-haus.de

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Vortrag und Sesshin mit Christoph Rei Ho Hatlapa

Meine Aufgabe sehe ich heute vor allem darin, zur Veränderung der Konfliktkultur in unserer Gesellschaft, zu persönlicher Erfüllung und zu innerem Frieden beizutragen.“

Am 04.11.2016 ist der Zen-Meister Christoph Rei Ho Hatlapa Roshi erneut in Bonn zu Gast und wird bei 3 schätze einen öffentlichen Vortrag halten. Am 05.11. und 06.11.2016 leitet er ein Zen-Sesshin im Bonner San Bo Dojo.

 

Christoph-Hatlapa

Bereits in 2014 und 2015 hatten wir Christoph Rei Ho Hatlapa nach Bonn eingeladen. Es waren harmonische und intensive Sesshins mit Teilnehmenden aus den Traditionen des Soto und Rinzai Zen, sowie anderer Zen Gruppen. Hatten wir uns im ersten Jahr auf eine eigens kreierte Mischform aus Soto und Rinzai (SoZai) verständigt, haben wir uns für die nachfolgenden Sesshins nun vollständig auf die Tradition des Soto Zen geeinigt. Über die Erfahrungen des ersten Sesshins könnt Ihr hier lesen.

Christoph Rei Ho Hatlapa Roshi gründete 1985 mit einigen anderen den “Lebensgarten Steyerberg“, eine ökologisch und sozial engagierte Gemeinschaft, in dem niedersächsischen Ort Steyerberg.

Seit 1986 leitet er die Zenübung in der Choka Sangha in Steyerberg, an vielen anderen Orten in Deutschland und seit 1992 auch in Kroatien, wo er mit dem Friedenszentrum in Osijek zusammenarbeitet und das multiethnische Gemeinschaftsprojekt Ekoselo Latinovac förderte.

1987 wurde er im Myoshinji-Kloster in Kyoto/Japan zum Zenpriester und Zenmönch ordiniert. Er studierte Zen während zahlreicher Aufenthalte im Myoshinji-Kloster und im Hokoji-Tempel bei Hamamatsu. 1993 erhielt er von Oi Saidan Roshi die Dharmaübertragung und wurde im Jahr 2000 mit der Repräsentation dieser Traditionslinie in Deutschland beauftragt.

Er gehört außerdem zu den Pionieren der Mediationsbewegung in Deutschland, ist Gründungsmitglied des heutigen Bundesverbandes Mediation (BM) sowie Mitgründer der Schule für Verständigung und Mediation und des Zentrums für Gewaltfreie Kommunikation in Steyerberg. Dort lebt und arbeitet er als Jurist, Mediator und Zen-Meister.

In seinen Lehrvorträgen/Teishōs, befaßt sich Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi mit den Inhalten des Zen, dem „Zeigen des Dharma“ – der unverstellten Wirklichkeit, wie sie ist. Das Teishō wird frei und spontan gehalten. Er kann kraftvoll oder lustig, dramatisch oder anfeuernd sein und vertieft auf diese Weise sowohl intellektuell als auch spirituell die Erkenntnis der Übenden. Einige seiner Teishōs kann man als Podcast auf der Webseite der Choka Sangha finden.

Die Choka Sangha verbindet in ihrer Praxis außerdem Zen und Permakultur. Nachdem sie im Jahr 1999 ein 2,7 ha großen Permakulturgelände erworben hatte, um einen Ort zu schaffen, an dem die Integration von Spiritualität, Zen und Ökologie umgesetzt werden kann, wurde das Gelände später zusätzlich um ein 4,9 ha großes Waldstück erweitert. Durch nachhaltigen Umgang (Permakultur) und achtsame Bearbeitung (Zen) entwickelte sich ein degradierter Monokulturacker zu einem Stück Land mit einer außergewöhnlichen Vielfalt von Pflanzen und Tieren.

TO GEN JI  – Ein neuer Tempel entsteht

Im Frühjahr 2014 hatten die Bauarbeiten für ein neues Zen-Trainigszentrums, dem TO GEN JI in Steyerberg begonnen. Seitdem ging es stetig voran, so dass der neue Tempel nun am 03.09.2016 eine offizielle Inbetriebnahme feiern konnte. Zu einer Zeremonie während des „Anfänger-Sesshin“ am ersten September Wochenende, kamen ca. geladene 50 Gäste, u.a. war Kaz Tanahashi als Ehrengast anwesend. Kaz Tanahashi kalligrafierte das Tempelschild und einige andere Dinge und bereicherte die Feier mit seiner würdevollen Ruhe und konzentrierten Kraft. Eine grosse Einweihungsfeier wird es in naher Zukunft ebenfalls noch geben.

ToGenJi_Neubau_001TO ist das japanische Wort für Pfirsich,
GEN bedeutet “geheimnisvoll” und
JI steht für Garten, Kloster oder Tempel.

Das Gelände liegt ca. 10 Minuten fußläufig vom “Lebensgarten Steyerberg” entfernt, wo sich auch der Sitz der “Choka Zendo” („Vogelnest-Sitzhalle“) befindet.

Mit dem TO GEN JI entsteht ein Ort für Rückzug und Besinnung, ein Zentrum für Ordinierte, ein Raum für die Vertiefung der Übung und lebendigen Austausch, ein Lehrhof mit Modellcharakter.

ToGenJi-Sammler-01Ein rein museales Erhalten von alten Formen um der Form willen brauchen wir nicht“, so Christoph Rei Ho Hatlapa. “Ein Zentrum wie das To Gen Ji entwickelt eine Ausstrahlung, wenn es die spirituelle Übung mit den Erfordernissen der Zeit in einen konstruktiven Prozess bringt.

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Sesshin mit Brad Warner am 8. und 9. Oktober

Brad Warner Brad Warner (* 5. März 1964 in Hamilton, Ohio) ist Zen-Lehrer und wurde in der Sōtō-Schule von Gudō Wafu Nishijima ordiniert, der seinerseits bei Kodo Sawaki lernte. Er schreibt Bücher über Zen, ist Musiker, Filmemacher und betreibt einen Blog: www.hardcorezen.info . Seine Arbeiten zum Zen veranschaulichen den Wert der traditionellen Lehre und Praxis in unserer Zeit, ohne sie dabei zu reduzieren oder dogmatisch zu werden. Humor spielt dabei immer eine wichtige Rolle, so dass Themen wie Monsterfilme, Sci-Fi und Punk immer wieder in der Diskussion auftauchen.

Ein Sesshin zeichnet sich durch die mehrtägige, intensive Zazen-Praxis aus. Zazen lässt sich mit „einfach nur sitzen“ oder „Sitzmeditation“ übersetzen und bezeichnet das mit gekreuzten Beinen, meditative Sitzen in der Stille, wie es in der Tradition des Zen gelehrt wird. Brad bezeichnet diese Praxis im Titel seines zweiten Buches als „sit down and shut up“. Neben dem mehrstündigen Sitzen, wird Brad einen Vortrag halten, der in eine Diskussion übergehen wird. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Einzelgespräche (Dokusan) mit ihm zu führen. Außerdem wird es morgens und abends kleine Zeremonien geben.

Die Praxis des Zazen und des Siu Lam Wing Chun gehen auf einen gemeinsamen Ursprung zurück: Damo, der im japanischen Bodhidarma genannt wird. Dieser kam aus Indien nach China und hat dort den Chan-Buddhismus (Zen) begründet, der im 13. Jahrhundert wiederum von Dōgen Zenji nach Japan gebracht wurde. Schließlich hat sich diese Tradition in der modernen Zeit auch in der westlichen Welt verbreitet. Sowohl in der Tradition des Zen, als auch in der des Siu Lam Wing Chun wird an die Geschichte erinnert, dass Damo neun Jahre meditiert hat, als Zeichen seiner Anstrengung, an sich zu arbeiten. Auch in unserer Schule verweist eine geschichtsreiche Kalligraphie auf diese Erzählung, die so bereits an der Wand des Shaolin Tempels hing, ebenso wie in der ersten Schule des Siu Lam Wing Chun, die von Fung Siu Ching (馮小青) in Foshan Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde. Dies ist nur ein Hinweis darauf, dass beide Traditionen im Kern einer gemeinsamen Philosophie und Praxis folgen.

Organisatorisches

Der Vortrag und die Diskussion werden auf englisch sein, jedoch werden wir bei Bedarf mit Übersetzung behilflich sein. Zur Anmeldung tragt euch bitte in das Anmeldeformular ein. Es wird um einen Kostenbeitrag gebeten. Zen lässt sich nicht verkaufen, ebenso wenig wie Kung Fu, dennoch wollen wir Brad unterstützen, der seine Reise finanzieren muss, ebenso wie unsere Schule die Räumlichkeiten. Wir empfehlen daher einen Beitrag zwischen 50 € für Leute mit einem geringen Einkommen und 80€ für die mit einem normalen oder hohen Einkommen. Selbstverständlich kann auch mehr beigetragen werden. Ein Mangel an finanziellen Mitteln soll kein Grund sein, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen zu dürfen. Für Verpflegung soll bitte selbst gesorgt werden. Die Veranstaltung wird an beiden Tagen von 9 bis 18:30 Uhr dauern. In der Mittagspause werden wir, wenn gewünscht, zusammen essen gehen. Genauere Informationen dazu werden wir euch per Mail zukommen lassen.

Datum: 8. und 9. Oktober 2016

Anmeldung hier

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